Hat die Energiewende keine Zukunft? – Kommentare der Reihe “Die Absager”, 1000news.de

Quelle: 1000news.de auf twitter @1000news_de / 2012 / #Kommentar #Energiewende #Deutschland #Medienkritik #DieAbsager /

17.7.2012 / Nr. 1  / FAZ  / Hat die Energiewende keine Zukunft? – Reihe “Die Absager” – Nr. 1 : FAZ, 16.7.2012 /”So geht es nicht”, Jasper von Altenbockum / FAZ:”Die Energiewende hat so, wie sie derzeit von Regierung und Opposition betrieben wird, keine Zukunft. Peter Altmaier hat die Notbremse noch nicht gezogen, aber schon die Hand am Griff”, behauptet der FAZ-Experte auf der Startseite der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, FAZ.net. Der interessierte Leser, der schon öfter mit ganz ähnlichen FAZ-Titeln versorgt wurde, fragt sich gleich am Anfang, ob der Umweltminister demnach wirklich im falschen Zug steht und nur durch den – im Übrigen eher unprofessionellen – Griff zur Notbremse die Fahrt ins energiepolitische Verderben verhindern kann. Aber sehen wir weiter. Zunächst leiht der Autor noch ein zusätzliches Bild und warnt vor dem antiken Herkules, der für die richtige Energiepolitik und den durchaus starken und willigen Umweltminister leider nicht als Vorbild dienen könne. Dann dämmert auch uns die Einsicht, wenn der kluge FAZ-Kommentator feststellt, die Eneregiewende sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hat er gelegentlich auf 1000news.de nachgelesen? Es gilt nämlich nach seiner Ansicht – Zitat – “…nicht nur die vermeintlichen Dinosaurier des Atomzeitalters in Rente zu schicken, sondern auch die eine oder andere heilige Kuh der Öko-Romantik schlachten zu müssen.” Bis dahin ist der energiepolitisch kundige Betrachter immer noch keineswegs schockiert. Wo aber geht es jetzt zu dem gefährlichen Not- oder Unfall, welcher anfangs suggeriert wurde?
Die weiteren Ausführungen enttäuschen, weil Darstellung und Argumentation eher schlicht ausfallen und die Katze erst ganz am Ende aus dem Sack gelassen wird, “…wenn es wieder einmal heißt, dass kein Weg an der Verlängerung der Laufzeit ausgesuchter Atomkraftwerke vorbeiführt.” Zwischendrin wird noch die Metapher vom steinigen und vom einfachen Weg bemüht, um Grünen und SPD Konzept- und Planlosigkeit zu attestieren, während doch eigentlich wie in NRW “industriepolitische Kärnerarbeit” gefordert sei. Wer jetzt nach der starken Überschrift vom Anfang (”Energiewende – So geht es nicht”) und einigen FAZ-Beiträgen ähnlicher Art noch immer die Hoffnung auf den energiepolitischen Masterplan der FAZ nicht aufgegeben hat, greift weitgehend ins Leere. Zitat: “Wer nicht sagt, dass zusätzliche Kapazitäten an regenerativer Energie unter den derzeitigen Bedingungen – ohne Speicher, ohne Netz, ohne Ersatz – nicht eine Herkulesaufgabe, sondern Sisyphusarbeit sind, treibt die Energiewende nicht voran, sondern in den Selbstmord.” Fazit: Die FAZ bringt beim Thema Energiewende starke Bilder, manchen Vorbehalt und den einen oder anderen energiepolitischen Gemeinplatz, aber wenig Substanz und schon gar keine Antwort auf die wirklich komplexe Frage, wie die Energiewende optimal zu machen ist. Unser Ergebnis: So geht es auch nicht. (c) 1000news.de 2012, Stephan Fröhder