28 x Goethes Faust I – Die Handlung des Dramas (Inhalt, Zusammenfassung, Szenen) von Stephan Fröhder

28 x Goethes Faust I – Die Handlung des Dramas (Inhalt, Zusammenfassung,
Szenen) von (c) Stephan Fröhder 2007

„Kann der Teufel mit Gott eine Wette abschließen und den Doktor Heinrich Faust zum Bösen verführen? Im „Prolog im Himmel“ spricht Mephisto deshalb mit dem Herrn und erhält die Chance, den Menschen Faust zu prüfen.

Vorher hat Johann Wolfgang Goethe, der Autor des Faust, sich in der „Zueignung“ daran erinnert, dass die im Drama auftretenden Figuren ihm im wirklichen Leben begegnet sind.
Anschließend haben sich ein Theaterdirektor, eine „lustige Person“ und der Dichter selbst darüber gestritten, wie ein gutes Drama verfasst werden muss („Vorspiel auf dem Theater„).
Goethes Faust ist ein kluger, selbstkritischer und vom Leben unbefriedigter Gelehrter, der von seinen Mitbürgern zwar geachtet und respektiert, aber zumeist mit seiner Wissenschaft allein ist. Er hat erkannt, dass das bekannte Wissen nicht ausreicht, um die Welt wirklich zu verstehen und bezweifelt, dass seine bisherige Arbeit einen Sinn hat.
Beim Versuch, seine Forschung mit den Mitteln der Magie fortzusetzen, gelingt es Faust in der Szene Nacht I zwar, den Erdgeist erscheinen zu lassen. Doch dieser weist seinen Anspruch, Einblick in die Welt der Geister zu nehmen, schroff zurück.
Faust ist enttäuscht und fühlt sich durch den Auftritt seines Schülers Wagner gestört. Als dieser gegangen ist, beschließt Faust Selbstmord zu begehen, wird aber vom Klang der Kirchenglocken daran gehindert, die zur Feier des Osterfestes erklingen.
Vor dem Tor mischt sich Faust am Osterfeiertag in Begleitung Wagners unter das Volk und genießt die Atmosphäre des beginnenden Frühlings. Indem sich die Natur vom Winter befreit, fasst auch Faust wieder Mut für einen Neuanfang, während Wagner gelangweilt ist.
Als es Abend wird und die beiden Spaziergänger in die Stadt zurückkehren, begleitet sie ein merkwürdiger schwarzer Hund.
Im Studierzimmer übersetzt Faust gerade einen Text aus der Bibel, als der Pudel zum Teufel wird. Mephisto tritt auf und Faust möchte ihn gerne in seinen Dienst nehmen.
Beim zweiten Besuch Mephistos im Studierzimmer schließt Faust dann tatsächlich einen Vertrag mit ihm und wettet, dass der Teufel seinen Teil nicht erfüllen kann. Mephisto soll Faust im Leben alle Wünsche erfüllen und dafür im Augenblick des Todes über Fausts Seele verfügen dürfen.
Ein neuer Schüler kommt, Mephisto spielt an Fausts Stelle den Universitätslehrer und klärt den Studienanfänger über den (Un-) Sinn der akademischen Ausbildung auf.
In Auerbachs Keller endlich soll Fausts neues Leben beginnen. Der Teufel ist in dieser traditionellen Leipziger Studentenkneipe erfolgreich und verblüfft mit seiner Zauberkunst ein paar Trunkenbolde. Faust jedoch ist gelangweilt.
In der Hexenküche begegnet Faust seinen geheimen Wünschen, erblickt in einem Spiegel das Idealbild einer schönen Frau und wird auf Mephistos Veranlassung hin mit einem Zaubertrank bewirtet, der ihn zu einem jungen Mann machen wird.
Auf der Straße endlich trifft Faust auf die schöne junge Margarete (Gretchen) und verliebt sich sofort in sie. Er bietet ihr seine Begleitung an, aber Margarete verzichtet und lässt ihn stehen. Mephisto tröstet den ungeduldigen Faust mit der Aussicht auf einen geheimen Besuch in Gretchens Zimmer und erhält den Auftrag, für Fausts neue Liebe ein Geschenk zu besorgen.
Am Abend ist Margarete zuhause. Sie denkt an die überraschende Begegnung mit Faust und geht dann zur Nachbarin. Faust tritt in Mephistos Begleitung auf und ist von der einfachen Schönheit aller Dinge in Gretchens Wohnung hell begeistert. Der Teufel versteckt das von Faust gewünschte Geschenk und die ungebetenen Gäste verlassen eilig die Szene, weil Margarete zurückkommt. Diese findet ein von Mephisto hinterlegtes Kästchen mit kostbarem Schmuck und probiert ihn neugierig an.
Beim Spaziergang mit Faust ärgert sich Mephisto sehr darüber, dass das Geschenk für Margarete von der Mutter bemerkt und zum Pfarrer getragen worden ist und nun der Kirche gehört. Faust dagegen möchte nur wissen, was Gretchen macht. Als der Teufel berichtet, dass sie unglücklich ist, fordert Faust ihn sogleich auf, ein neues Geschenk zu besorgen. Außerdem soll Mephisto mit Margaretes Nachbarin ein Treffen arrangieren.
In Der Nachbarin Haus besucht Mephisto Frau Marthe und verspricht ihr, den Tod ihres verschollenen Ehemannes amtlich zu bezeugen. Außerdem verabredet er mit ihr und der schönen Margarete für denselben Abend ein Treffen, bei dem auch Faust zugegen sein soll.
Wieder auf der Straße (II) überbringt Mephistopheles seinem Auftraggeber eine gute Nachricht: Beide werden am Abend im Garten der Frau erwartet und Margarete wird da sein! Dass Faust zum Dank für das Rendezvous falsches Zeugnis darüber ablegen soll, wie Frau Marthens Mann gestorben ist, führt zu einem kurzen Streit. Faust gibt aber nach, weil er seine Margarete unbedingt sehen will.
Im Garten geht Faust mit Margarete ausgiebig spazieren, während Mephisto und Frau Marthe Konversation betreiben. Faust ist verliebt und Margarete erzählt aus ihrem Leben.
Im Gartenhäuschen sind Faust und Margarete am Ende des Spaziergangs nur einen Moment lang ungestört. Dann drängen Mephisto und Frau Marthe zum Abschied.
In der Szene Wald und Höhle fragt sich Faust, ob es richtig war, mit Margarete ein Liebesverhältnis zu beginnen. Mephisto kommt und fordert Faust auf, seine Zweifel zu vergessen und die Geliebte nicht länger warten zu lassen.
In Gretchens Stube erfährt der Zuschauer, dass Margarete dem Faust verfallen ist.
In Marthens Garten will Margarete von Faust wissen, ob er an Gott glaubt („Gretchenfrage“). Faust hat von Mephisto für ihre Mutter einen Schlaftrunk besorgt und wird Gretchen in der Nacht besuchen.
Am Brunnen wird klar, dass Gretchen schwanger ist und als zukünftige Mutter eines unehelichen Kindes verachtet und geächtet sein wird.
Im Zwinger betet Gretchen zur Madonna.
In der Szene Nacht (II) wird Gretchens Bruder Valentin im Gefecht mit Faust und Mephisto getötet. Sterbend verwünscht er seine Schwester wegen ihres schlechten Lebenswandels.
Im Dom wird Gretchen während der Messe von ihrem schlechten Gewissen verfolgt (Böser Geist).
In der Walpurgisnacht besuchen Faust und Mephisto die Hexenparty auf dem Blocksberg.
Im Walpurgisnachtstraum unternimmt der Zuschauer einen satirischen Spaziergang, den Goethe nach dem Vorbild von William Shakespeares „Sommernachtstraum“ verfasst hat.
In der Szene Trüber Tag. Feld zieht Faust die Bilanz seiner Liebe zu Gretchen. Er gibt dem Teufel die Schuld am Schicksal der einst so tugendhaften und jetzt wegen Kindesmords angeklagten Margarete und zwingt ihn, bei ihrer Befreiung aus dem Kerker mitzuhelfen.
In Nacht.Offen Feld sind Faust und Mephisto auf dem Weg zu Gretchens Gefängnis.
Im Kerker versucht Faust vergeblich, sein Gretchen zur Flucht zu überreden. Die fromme Margarete jedoch will lieber die Todesstrafe erleiden und ihre Seele retten als mit der Hilfe des Teufels befreit zu werden.“
Text und (c) Stephan Fröhder 2006-2015
Eine nähere Beschreibung der einzelnen Szenen können Sie unter „28 x Faust I“
und goethe2day@gmx.de anfordern (Langfassung)-

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