LatestNews „Begeisterung über die königliche Hochzeit“ – Braucht Deutschland ein Königshaus? – Übungstext

Quelle: Frankfurter Rundschau, fr-online.de, 28.4.2011 / „Die Royals und ich“, Barbara Klimke / (…)
„Nicht nur in England, sondern überall auf der Welt geraten die Menschen wegen der Eheschließung im Hause Windsor aus dem Häuschen. In Deutschland und den USA hat die Begeisterung über die königliche Hochzeit ein verblüffendes Ausmaß erreicht. Es hat den Anschein, als habe eine sentimentale Sehnsucht nach Glanz und Gloria die nüchterne Bundesrepublik ergriffen, die diesen monarchistischen Pomp ja aus guten Gründen vor fast 100 Jahren über Bord geworfen hat.“ (…) „Aber Vernunft spielt in diesem Fall keine Rolle. Das mag eine Erklärung sein, warum man hierzulande mit großen Augen nach Britannien schaut, das einmal in jeder Generation, ganz ohne Scham, größtmögliche nationale Pracht entfaltet: mit Vierspännern, gläsernen Kutschen, berittener Leibgarde, Union Jacks auf allen Dächern, Fanfaren und Trompeten. Es ist ein Fakt, dass konstitutionelle Monarchien farbenfrohere Spektakel bieten als die meisten anderen Staatsformen, schon deshalb, weil sie sich aus dem Requisiten- und Kostümfundus ihrer jahrhundertealten Geschichte bedienen können. Sofern es denn tatsächlich die Monarchie ist, die die Menschen fasziniert.“

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